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Spielarten und Ursprünge der Plauener Spitze ®
Applikationsspitze
Auf einen Netzgrund (Tüll) oder Stoff werden typischerweise Elemente aus gestickter Spitze (Guipure) nachträglich aufgenäht.
Allerdings gibt es auch ein Stickverfahren, sowohl Tülle oder Stoffe zu besticken und im Anschluß pure Stickereispitze (Guipure)
Weißstickerei
Aus feinem weißem Leinenstoff werden Löcher gebohrt, geschnitten oder durch Fadenziehen gebildet und dann mit weißem Garn dicht umstickt. Die Technik wurde v.a. in Sachsen besonders fein und kunstvoll ausgeführt, so dass das Produkt als Point de Saxe, Point de Plauen oder Dresden lace zum Exportschlager wurde.
Lochspitze/ Bohrspitze
Auch bekannt als Baumwoll- oder Wäschespitze. In eine Grundlage aus weißem Batist (oder auch transparentem Glasbatist) werden Löcher gebohrt und dann dicht mit einem weißen Baumwollfaden umstickt. Lochspitze wurde bis um 1870 noch von Hand, bis 1900 mit Handstickmaschinen und danach mit Schifflisticktechnik gefertigt. Sie wurde als Randverzierung an Unterwäsche beliebt, daher der Name "Wäschespitze". Die maschinell gefertigte Variante nennt man heute vorwiegend Bohrspitze und insbesondere im Bereich Unterwäsche häufig eingesetzt.
Tüllspitze
Ein maschinell gefertigter (Fein-) Tüll (elastisch oder unelastisch) wird aufwendig mit feinem Material - oft mehrfarbig - bestickt. Tüllspitze ist heute noch sehr weit verbreitet und ist heute bei hochwertiger Damenunterwäsche (Dessous, Lingerie) unverzichtbar.
Eine bekannte Technik zum Besticken der Tüllspitze ist der Kreuzstich. Bei dieser Technik werden kleine Kreuze auf Stoff gestickt.
Luftspitze/ Guipurespitze / gestickte Spitze
Diese Spitze entsteht durch maschinelles Übersticken eines Stoffgrundes und anschließendes Entfernen des Stickgrundes. Es verbleibt die gestickte Spitze, welche besonders filigrane Strukturen und Muster ermöglicht und wie keine andere Spitze eine schöne dreidimensionale Optik aufweist. Das Verfahren ist besonders aufwendig, da sehr viele Stiche benötigt werden, um der Spitze eine statische Struktur zu geben. Gestickte Spitze ist besonders stabil und qualitativ wohl am hochwertigsten.
Auf der Basis des bereits seit der frühen Neuzeit etablierten Tuchmacher- und Wollweberhandwerks entwickelte sich in Plauen Anfang des 19. Jahrhunderts die Handplattstich-Stickerei und wenige Jahrzehnte später die Tüll-Stickerei. Tüll- und Ätzspitze (auch Luftspitze oder Vollspitze genannt) fanden bemerkenswerterweise beide ihren Ursprung in Plauen (zwischen 1880 und 1885).
Die Entwicklung der Schiffchenstickmaschinen (1883) ermöglichte die maschinelle Herstellung von Ätzspitze unter dem Namen "Plauener Spitze". Sie wurde 1900 mit dem Grand Prix auf der Weltausstellung in Paris ausgezeichnet und hat es seitdem zu weltweiter Bekanntheit gebracht.
Die Spitzenfabrikation ermöglichte Die Entwicklung der Stadt Plauen zu einer der großen Städte der Region und wird nach schweren Krisen in den 1920er und 1990er Jahren noch heute betrieben. In Plauen und dem Vogtland sind derzeit über 40 klein- und mittelständische Unternehmen in dieser Branche tätig. Die Region Plauen ist seit mehr als 125 Jahren das Zentrum der deutschen Stickerei.
Hauptprodukte sind Raumtextilien (Gardinen, Tischwäsche), Brautkleider und Accessoires für die Damenober- und unterbekleidung (Lingerie und Dessous).
[WIKIPEDIA]

























